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„SO SORRY! - ALEA IACTA EST"

Sabine Wiedenhofer im Kontext der 60. Biennale di Venezia 2024 @Arsenale Nord - TESA 99

Die österreichische Künstlerin Sabine Johanna Wiedenhofer setzt am Ende der Reise durch die Pavillions der Nationen einen gleichermaßen verstörenden, wie aufwühlenden Schlusspunkt des BIENNALE Mottos „Stranieri Ovunque“ - „Foreigners everywhere“: „SO SORRY - Alea iacta est” – die großformatige Kunstinstallation von Sabine Wiedenhofer ist ab dem 17.April 2024 bis 24. November im Rahmen der Ausstellung „Glasstress 8 1⁄2“ in Zusammenarbeit mit dem Studio Berengo im Kontext der 60ten Biennale di Venezia zu sehen: 

Ist die Party vorbei?
 
Ein kleiner Teil der Weltbevölkerung hat die letzten 70 Jahre auf Kosten der Mehrheit, sowie sämtlicher nachfolgender Generationen ein großes Fest gefeiert. Es scheint, als wäre nun alles aufgegessen und ausgetrunken. Die eigene Gier, als Wurzel hinter den Bedrohungen der Menschheit, lässt dieser das Wasser bis zum Hals steigen. Am Ende des „Arsenale“, in der Tesa 99, scheinen die Antworten auf die unzähligen Fragen in aller Einfachheit von Wiedenhofer konzipiert und dargestellt zu liegen.


Sabine Wiedenhofer setzt sich mit der Thematik auseinander und geht mit ihrer eindrucksvollen Installation „SO SORRY – Alea Iacta Est“ auf Ursachenforschung: Das Leben als tödliches Glücksspiel, eine Reise, geprägt vom ewigen Streben nach mehr, deren Endziel dem Ausgangspunkt – dem sicheren Zuhause – gleicht.

„Mensch, ärgere dich nicht“ – eines der ältesten Gesellschaftsspiele der Welt ist Symbol für den Weg des Menschen. Das Verlassen des Heimes – ob freiwillig oder durch Fluchtgründe erzwungen – die Reise durch das Leben, das Hinausgeworfen werden, der Neuanfang mit dem Endziel sich und die Nächsten in Sicherheit zu wähnen. Am Ende entscheidet immer die Augenzahl des Würfels. Angefüllt mit Wasser, auf Grund eines 2x2 Meter umfassenden Glasbeckens, stellt Sabine Wiedenhofer das Feld des bekannten Spieles dar. Den, aus Muranoglas hergestellten, Spielfiguren steht das Wasser bereits bis zum Hals.


In ihrer frei gewählten Transparenz spiegelt sich die Menschheit permanent ineinander, das Wasser lässt die Dimensionen verrücken, wodurch sich perspektivisch Körper und Kopf voneinander trennen und Gefahr nur mehr peripher wahrgenommen werden kann. Spielfelder werden zu Fadenkreuzen einer Bedrohung, die sowohl voneinander als auch von Dritten ausgeht, die Wiedenhofer durch einen überdimensionalen Schriftzug aus, von der NATO verwendeten, Gewehrpatronen darstellt, der über der Installation prangt und die lapidar ausgerufene Botschaft „SO SORRY“ zeigt. Die Projektile sind direkt auf die BetrachterInnen gerichtet.
 
Sind die Würfel für die Menschheit gefallen?
 
All jenen, die täglich würfeln und damit Lebensentscheidungen für nächste Generationen treffen, bleibt am Ende nicht mehr als ein achselzuckendes „SO SORRY“ auszurufen.


Auf Wunsch der Regierung Venedigs werden die Arbeiten im „Tesa 99“/Arsenale Nord gezeigt. Eine Location, die dem belgischen Künstler Koen Vanmechelen und Sabine Wiedenhofer seitens des Stadtrates der Stadt Venedig zur Verfügung gestellt wird.

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